Er ist ein Konformist, ein Obrigkeitstreuer, ein Feigling frei von Zivilcourage. Kein gutes Haar lässt Heinrich Mann am Protagonisten seines berühmtesten Romans. Doch Diederich Heßling macht im Deutschen Kaiserreich Karriere, seine Strategie verfängt: nach unten treten, nach oben buckeln. Was als bitterböse Satire auf das Erziehungssystem und den Nationalismus seiner Zeit angelegt ist, wird von dieser bald schon überboten. »Der Untertan« erscheint wenige Wochen vor Beginn des Ersten Weltkriegs – doch auch die noch kommende Barbarei der deutschen Geschichte scheint in diesem Roman schon auf.
______________________________________________________________________________________________________________________________________________________
Heinrich Mann, 1871 in Lübeck geboren, begann nach dem Abgang vom Gymnasium eine Buchhandelslehre, 1891/92 volontierte er im S. Fischer Verlag. Der ältere Bruder von Thomas Mann hat Romane, Erzählungen, Essays und Schauspiele geschrieben und wurde durch die Verfilmung seines Romans "Professor Unrat" unter dem Titel 'Der blaue Engel' (1931) mit Marlene Dietrich weltberühmt. 1933 emigrierte er nach Frankreich, später in die USA. 1949 nahm er die Berufung zum Präsidenten der neu gegründeten Akademie der Künste in Ost-Berlin an, starb aber 1950 noch in Santa Monica/Kalifornien.
'Kurz nach seiner abenteuerlichen Flucht aus dem Konzentrationslager Dachau im Mai 1933 schrieb der schwer gefolterte bayerische Kommunist und Reichstagsabgeordnete Hans Beimler nieder, was er dort hatte erleben müssen. Die Veröffentlichung war eine Sensation und wurde in mehrere Sprachen übersetzt, in internationalen Zeitungen zitiert – und in Deutschland illegal verbreitet. Hans Beimler wollte mit seinem Bericht zum Widerstand gegen die Nazidiktatur in Deutschland und im Ausland aufrufen. Er selbst leistete zunächst illegale Arbeit von Frankreich, der Tschechoslowakei und der Schweiz aus, bevor er mit den ersten Freiwilligen nach Spanien ging, um dort mit den Internationalen Brigaden gegen Franco zu kämpfen. Am 1. Dezember 1936 fiel Hans Beimler vor Madrid. Erstmals in der Bundesrepublik erscheint sein Erlebnisbericht in der Originalfassung, ergänzt um Fotos und Dokumente sowie um Anmerkungen zu Entstehungsgeschichte und zeitgeschichtlichen Hintergründen. Außerdem wird von Friedbert Mühldorfer in einer umfangreichen biographischen Skizze der Lebensweg des Antifaschisten Beimler nachgezeichnet. ____________________________________________________________________________ Zum Herausgeber: Friedbert Mühldorfer, *1951. Lehrer an einem Münchner Gymnasium und Historiker, seit 1975 Mitarbeit in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, Landesverband Bayern. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus, Geschichte der Arbeiterbewegung, Nachkriegsgeschichte. Rezession von Anna Bartholomé (genehmigter Abdruck) "Er war einer der wenigen, denen die Flucht aus dem Konzentrationslager Dachau bereits im Mai 1933 gelang: Hans Beimler, bayrischer Kommunist und Reichstagsabgeordneter der KPD. Von den dort erlittenen schweren Folterungen berichtete er in dem hier erstmals in der Originalfassung veröffentlichten Text. Der wurde noch im Sommer 1933 in mehrere Sprachen übersetzt und auch im faschistischen Deutschland illegal verbreitet. Spannend an diesem – mit Fotos und Dokumenten gestalteten – Buch ist darüber hinaus die sorgfältig recherchierte biografische Skizze durch Friedbert Mühldorfer. Er ist schon lange in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes in Bayern aktiv. Er holt Hans Beimler vom Denkmalsockel herunter, auf den ihn die DDRGeschichtsschreibung stellte, und folgt seinem Lebensweg kritisch und sachlich. Nach seiner Flucht arbeitete Hans Beimler in verschiedenen europäischen Ländern für die Organisierung des antifaschistischen Widerstands. 1936 schloss er sich in Spanien dem Kampf gegen das faschistische Franco-Regime an. Mit seiner verantwortlichen Rolle in den Internationalen Brigaden wurde er zur Symbolfigur des proletarischen Internationalismus.Am 1. Dezember 1936 fiel er, seinem Sarg folgten in Barcelona über 200.000 Antifaschisten. Um so perfider die damals von der deutschen faschistischen Propaganda aufgebrachte Lüge, Hans Beimler sei „von den eigenen Leuten“, sozusagen auf Befehl Stalins umgebracht worden, weil er Widersprüche zur KPD-Führung gehabt habe. Diese bis heute von antikommunistischen Historikern verbreitete Hetze verfolgt und widerlegt Mühldorfer anhand konkreter Fakten – wenn er auch die dahinter stehende Motivation nicht offensiv angreift.Das sehr empfehlenswerte Buch ist im PapyRossa-Verlag erschienen ..."'
Der Aufstieg des Rechtspopulismus in Europa ist auch eine Niederlage der politischen Bildung. Für die Pädagogik ist er zugleich eine neue Herausforderung: Antidemokratische und diskriminierende Positionen werden zunehmend wieder offen vertreten.
Bei der Entwicklung von Gegenstrategien kommt der Pädagogik eine wichtige Rolle zu. Ihr stellen sich Fragen nach den richtigen Strategien, sowohl zur Vorbeugung als auch im Einsatz gegen rechte Anschauungen und Handlungen: Wie umgehen mit autoritären Einstellungen, dem Verbleiben in Pauschalisierungen und dem Denken in Stereotypen?Der Sammelband setzt sich mit Pädagogik und Bildung aus antifaschistischer Perspektive kritisch auseinander. Die Autor*innen bilanzieren bisherige Versuche, erdenken neue Wege und diskutieren aktuelle Fragestellungen. Schließlich geben sie handfeste Tipps für die eigene pädagogische Arbeit.
Frank Arnau schilderte in seinem Roman 'Die braune Pest' in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Ausgrenzung, Vertreibung und Flucht seiner Zeit. Und dennoch ist das Buch nicht nur ein Zeitdokument von historischem Interesse, sondern auch heute noch ein lesbarer Roman mit weit mehr als 'nur' geschichtlichen Bezügen." Anke Rehlinger
Bei diesem Buch handelt sich um eine kleine literatur-historische Sensation: Die nach 87 Jahren längst überfällige erste Buch-Veröffentlichung des als verschollen geltenden Romans!
"Die braune Pest" weist alle Spuren der Flucht Arnaus aus Nazi-Deutschland auf und belegt, dass bereits zu der Zeit seiner Entstehung ein tiefer Einblick in die politische Situation, die skrupellosen Machenschaften in der zusammenbrechenden Weimarer Republik und die unrühmliche Rolle der Großindustrie möglich war. So hat Arnaus Werk auch noch heute die Aktualität eines Mahnmals gegen zügellose Radikalisierung und naives Stillhalten, aber auch für die Menschlichkeit.Dieser systemkritische Text des Journalisten, Industrieberaters und Autors von über einhundert Büchern, von dem der Autor selbst schrieb, dass er verschollen sei, wurde auf abenteuerliche Weise wiederentdeckt und zu neuem Leben erweckt. Nicht nur das Werk selbst erscheint - dessen Inhalt recherchiert, überprüft und bis in Details belegt wurde - sondern auch der hochinteressante Werdegang des Autors und seines Buches bereichern diese historische Erstausgabe.
_________________________________________________________________________________________________________________________
Der Schriftsteller, Journalist und Industrieberater Frank Arnau hat in seinem Leben über einhundert Bücher geschrieben, die teilweise verfilmt wurden. Er gehörte zu den von den Nazis verfolgten und ausgebürgerten Schriftstellern.
Regulärer Preis:
19,80 €
Diese Website verwendet Cookies, um eine bestmögliche Erfahrung bieten zu können. Mehr Informationen ...